Die Enthüllung durch Johannes

Zeichnung von Philipp Tok

Apokalypse – Die Enthüllung durch Johannes
Eine Hörmeditation in Wort und Musik von und mit Richard Schnell und Johanna Lamprecht

Die Apokalypse des Johannes wird von Richard Schnell (Sprache) und Johanna Lamprecht (Musik) künst­lerisch so erschlossen, dass sie frei von religiöser Zugehörig­keit oder theo­logischer Kenntnis zugäng­lich wird. Als Hör­meditation in Wort und Klang bieten die beiden Kunst­schaffenden die Mög­lich­keit, in die großen Imagi­nationen dieses zentralen Werks der Mensch­heits­geschichte einzu­tauchen und diese selbst innerlich (mit) zu bilden – das Ringen um Selbst­erkenntnis inner­halb der weiten Bögen der Mensch­heits­entwicklung kann somit durch die schlichte In­szenierung ohne komplexes Bühnen­bild und effekt­volles Licht auf der inneren Seelen-Bühne meditativ erleb­bar werden.

Richard Schnell trägt den voll­ständigen Text in der Über­setzung von Friedolin Stier vor; Johanna Lamprecht musiziert eigens für diese In­sze­nierung ent­wickelte Konzept-Improvi­sationen auf der Campanula-Bratsche. In ihrer Zusammen­arbeit legen die beiden besonders Wert darauf, die Erzäh­lung über die innere Ent­wicklung des Menschen frei­lassend so zu er­schließen, dass die Aktua­lität dieses knapp zwei­tausend­jährigen Textes mit­erleb­bar wird. Sie ver­zichten dabei bewusst auf jegliche illus­trative Momente, um den Frei­raum für die innere Bild­gestalt des Textes, die hörend er­schlossen wird, zu halten. Die beiden Kunst­schaffenden sind davon überzeugt, dass in dem hörenden, selbst­ständig imaginativ tätigen Zugang die Mög­lich­keit liegt, die Inhalte der Apo­kalypse als moderner Mensch gegen­wärtig zu erleben. Durch eine tastend-hörende Tätig­keit wird der Weg der Apokalypse, der die Erden­entwicklung inner­halb großer kosmischer Zusammen­hänge umfasst, gangbar.

Künstlerisch durch das nuancierte, durch­gearbeitete Sprechen Richard Schnells und die öffnenden, ver­dichteten Klänge der von Johanna Lamprecht gespielten Campanula-Bratsche wird die eigene Seele angeregt Resonanz­raum der Ent­hüllung des Johannes zu werden.

Johanna Lamprecht und Richard Schnell sind beide Mitglied des Kollektivs „Bühne heute“ und setzen in ihrer Zusammen­arbeit mit einem forschenden Er­schließen der Ver­bindung von künst­lerischer Praxis und denke­rischer Re­flexion das Anliegen des Kollektivs fort.

Im Rahmen der diesjährigen Weihnachts­tagung am Goetheanum findet eine Erinnerungs-Nacht zum Brand des ersten Goetheanums vor 100 Jahren statt. / Nachtwache – Eine Nacht voller Kultur / Dort führen Johanna Lamprecht und Richard Schnell die Hörmeditation in drei Teilen auf (Teil 1 um 23h (31.12.2022) – Teil 2 um 1h (1.1.2023) – Teil 3 um 2h (1.1.2023) ) … und sind jeweils im Ausstellungs­raum beim Menschheitsrepräsentanten zu finden.

Wir verfügen noch über freie Auf­führungs­termine im Zeit­raum von März 2023 – April 2024 und freuen uns bei Interesse über Ihre Kontakt­aufnahme. Die Produktion wird bislang durch die GLS Treuhand e.V., die Anthro­posophische Gesell­schaft in Deutsch­land und den Verein zur Förderung der Eurythmie an der Alanus Hoch­schule gefördert. (Stand: 17. Dezember 2022)

„Ich erlebte die beiden Künstler als im selben Bilderstrom drinnen stehend. Beim einen drückte es sich im Wort aus, beim anderen im Klang. Als Zuhörer war es leicht in diesen grossen, dramatischen Bilderbogen der Apokalypse einzutauchen, da beide Künstler selber ganz präsent, gestaltend, sich fein aufeinander abstimmend, darinnen standen. Somit wurde die Apokalypse zu einem Erlebnis.“
Andrea Bergsma, Dornach

 

© Foto: Jonas Rohloff

Johanna Lamprecht ist Bratschistin und Projekt­gestalterin in künstlerischen Kontexten. Ihre künst­lerische Aus­bildung erhielt sie bei Roswitha Killian, Prof. Esther van Stralen sowie Prof. Ori Kam in Hamburg, Bremen und der Schweiz (Genf/ Neuchâtel), die sie 2014 mit dem Bachelor of Music an der Hoch­schule für Künste Bremen abschloss. Inner­halb ihres Master­studiums „Doing culture. Bildung und Reflexion kultu­reller Prozesse“ an der Universi­tät Witten/ Herdecke (D) forschte sie an der Schnitt­stelle von künst­lerischer Praxis und wissen­schaft­licher Reflexion u.a. zum ästhetischen Horizont von Morton Feldmans Rothko Chapel. Derzeit im Promotions­studium (Musikästhetik/ Philosophie) zu Erkenntnis­möglich­keiten des musikalischen Hörens. Sie lebt und arbeitet in Basel. www.johanna-lamprecht.com